Gründung bis 1932

1905

Am 27.November fand im Haus von Helene und Oskar Pintsch die Gründungsversammlung des "Krüppelkinder-Heil- und Fürsorge-Verein für Berlin-Brandenburg" statt. Zur Vereinsvorsitzenden wurden Helene Pintsch und zum Schriftführer Konrad Biesalski gewählt.

1907

Es wurde mit der Verwirklichung des pädagogischen Konzeptes begonnen.

Eine großzügige finanzielle Unterstützung von einer halben Million Goldmark durch Oskar Pintsch über die "Oskar Pintsch Stiftung zur Förderung der Krüppelfürsorge" bildete den Grundstock für den Bau einer Heilanstalt.

Unter dem Namen Oskar- Helene-Heim sollte diese in den folgenden Jahrzehnten  Weltruhm erlangen. Sie war  der Vorläufer einer  Rehabilitationsklinik, wie wir  sie heute kennen. Die  Einweihung des "Oskar- Helene-Heim für Heilung  und Erziehung gebrechlicher  Kinder" wurde am 27. Mai  1914 im Beisein der  deutschen Kaiserin und  Königin Augusta-Viktoria gefeiert.

Eine dritte Person hat neben den beiden Gründern die Entwicklung des OHH maßgeblich beeinflusst: Hans Würtz, Erziehungs- und Verwaltungsdirektor. Sein Ansatz der pädagogischen und sozialen Betreuung ergänzte das Konzept Biesalskis in hervorragender Weise: Bildung und Erziehung, soziale und berufliche Wiedereingliederung - Rehabilitation, hier wurde sie erstmalig praktiziert. Eine Schule für Kinder und Heranwachsende wurde eingerichtet, ebenso Schulen für Krankengymnastik und Ergotherapie. Unermüdlich war sein Bestreben, aus "Krüppeln" Mitbürger zu machen, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen konnten. Hans Würtz hat aber nicht nur praktisch für die Verbreitung seiner Ideen gesorgt, sondern auch theoretisch durch Veröffentlichungen und Vorträge.

Die weitere Entwicklung der Klinik wurde auch durch äußere Einflüsse bestimmt.

1914-1919

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs werden ein Lazarett und 1918 eine Sonderabteilung für die so genannten Ohnhänder eingerichtet. Der Orthopädie-techniker Fischer entwickelt die Kunsthand ("Fischerhand"), eine Prothese, die zahllosen Kriegsversehrten ein eigenständiges Leben und neue Berufstätigkeit ermöglicht.

1922

Das anfangs 20 Morgen umfassende Gelände wird um 25 Morgen erweitert. Das OHH gehört nun mit 300 Betten zu den größten orthopädischen Privatanstalten für Kinder und Jugendliche. Unter der ärztlichen Leitung von Konrad Biesalski und dem zuständigen Erziehungsdirektor Hans Würtz wird das OHH zu einem Zentrum der deutschen Krüppelfürsorge.

1923

Tod von Helene Pintsch. Neuer Vorsitzender des Vereins wird Geheimrat Conze.

1930

Tod von Konrad Biesalski.

Oskar-Helene-Heim
Kaiserin Auguste
Balkon des Oskar-Helene-Heim
Hans Würtz (1875-1958)